Ausrüstung & Co.

Ich arbeite an der Longe ausschließlich mit geeignetem Kappzaum. Die Arbeit an der Doppellonge findet mit Reithalfter und Gebiss statt - ohne das Pferd im Kiefer zu behindern.

Die Verwendung von weichen Dualgassen und Pylonen verhindert eine Verletzung Ihres Pferdes.

 

Sperrriemen und Ausbinder

Auf die Verwendung von Sperrriemen und Ausbindern wird verzichtet.

Das Pferd darf nicht in eine Form gezwungen werden.

 

Ein zufriedenes Pferd, das die Kraft aus der Hinterhand einsetzen kann, öffnet sein Genick und den Rücken bereitwillig ohne Druck, sperrt weder sein Maul auf, noch legt es sich auf den Zügel.

 

Lesen Sie hier mehr darüber, warum auch ich auf die Verwendung von Sperrriemen und Ausbindern/Hilfszügeln aus voller Überzeugung verzichte.

 

Auf autoritäre Halfterungen und Beizäumungen ist immer zu verzichten!!

 

 

Warum streckt ein Pferd die Zunge heraus oder sperrt das Maul?

Weil es dem Druck der Reiterhand ausweichen möchte. Zug gegen den Unterkiefer verursacht Unbehagen. Das Genick wird steif. Falsches Reiten, zu viel Ziehen am Zügel, Verschließen des Mauls durch Sperrriemen, falsches Positionieren des Kopfes mit Ausbindern ... führt zu Verspannungen.

Durch das Strecken der Zunge versucht das Pferd die Genickmuskulatur zu entspannen und sich selbst zu helfen. Unterbindet man dies durch Sperrriemen - eine Tortur für das Tier.

Sporen

Früher hieß es, Sporen müsse man sich verdienen. Da ist was dran!

Heute hat fast jeder Sporen an den Beinen und schon Kinder, deren Beine gerade eben über das Sattelblatt ragen, sitzen mit Sporen auf den Pferden und werden aufgefordert nur kräftig zu klopfen, wenn das Pferd nicht vorwärts gehen mag.

Für eventuell auftretende Hautabschürfungen gibt es ja zum Glück mittlerweile Bauchbinden zum entsprechenden Preis von namhaften Pferdeprofis.

Pferde sind Fluchttiere. Sie haben von Natur aus die Tendenz nach vorne. Der Reiter kann das erfolgreich unterbinden, indem er zum einen falsch sitzt, im falschen Moment treibt und zum anderen dem Pferd bei jedem Schritt die Sporen in die Rippen sticht. Damit läuft es sich doch gleich viel besser. Oder doch nicht?

Der Spore bringt die Bauchmuskulatur zur Kontraktion und verlangsamt so das Pferd. Im richtigen Moment eingesetzt, kann der Spore die Kadenz, des am feinen Zügel gehenden Pferdes, fördern.

Zum Vorwärtsreiten sind Sporen völlig ungeeignet.

 

 

Appell

Anstatt Pferdehälse mit fragwürdigen Hilfsmitteln, autoritären Reithalfter und Zwangsmethoden in Form zu ziehen, die Rippen des Pferdes mit Sporen zu traktieren, bitte ich jeden Reiter, sich selbst zu reflektieren und sich mit der Anatomie und Biomechanik des Pferdes zu beschäftigen. Lasst Euch Zeit beim Training mit Eurem Pferd. Lasst Euch durch gute Trainer helfen und korrigieren. Macht Sitzschule und hört auf Euer Pferd. Es will ja!

Eine formschöne aber trügerische Silouette, ein Schleifchen beim Turnier, sind nicht alles.

 

Respekt vor dem Wesen Pferd sollte vor jedem Ehrgeiz stehen, ein perfektes, von der Stallgemeinschaft akzeptiertes Bild abgeben zu wollen.

 

Am Ende des Tages fragt Euch: Hat das Reiten / Longieren meinem Pferd heute auch Spaß gemacht?

Um das ganze zu unterstreichen, empfehle ich folgende Literatur:

 

Philippe Karl - Irrwege der modernen Dressur

Philippe Karl - Reitkunst

Gerd Heuschmann - Finger in der Wunde

Gerd Heuschmann - Balanceakt

Philippe Karl / Christoph Hess - Klassisch contra Classique

 

.... und Sitzschule auf dem Reitsimulator in Langenselbold.

https://www.dressur-reitsimulator.de/