Was ist Basisarbeit?

Es ist nicht das tägliche und regelmäßige Lektionen reiten, denn Lektionen, die ein Pferd einmal gelernt hat und kann, wird es nicht vergessen und sind jederzeit abrufbar.

Eine Lektion wird durch ständige Wiederholung nicht besser.

Verbesserung der Lektionen schafft man nur durch Arbeit an der Basis!

Krafttraining, Koordination, Konzentration, schnelle Reaktionszeiten – das ist Basis-Arbeit.

 

Kein Fußballprofi spielt täglich Fußball, kein Rennfahrer fährt täglich 60 Runden um die Bahn, kein Springreiter springt jeden Tag Parcour.

Sportprofis wissen, dass nur die Arbeit an der Basis, den Erfolg in den Lektionen bringt.

 

Das schiefe Pferd

Die natürliche Schiefe eines Pferdes ergibt sich, wie man heute weiß, nicht mehr nur aus der Lage im Mutterleib, sondern auch durch die linkslastige Reizwahrnehmung und das vorrangige Arbeiten von links (Trensen, Satteln, Führen, Aufsteigen).

 

Der Großteil der Pferde ist auf der linken Seite hohl - mit wenigen Ausnahmen.

 

Wussten Sie, dass beim Aufsteigen eine Querlast von durchschnittlich 400 Kilo auf die Dornfortsätze wirkt? Und das ein Pferdeleben lang, ausschließlich von links!

 

Ein Pferd, das sich nicht im gleichen Maße nach beiden Seiten stellen und biegen lässt, ist nicht geradegerichtet! Es ist schief!

 

Durch das anspruchsvolle, gymnastizierende Training, wird die untrainierte (schlechte) Seite, gestärkt.

 

Durch die Dualaktivierung entsteht gleiche Kraft auf beiden Seiten!

 

 

Ihr Pferd ist krank? Es darf nur Schritt gehen und bloß keine engen Wendungen?

Pferde leiden heute immer öfter an Zivilisationskrankheiten, wie Sehnen- und Bandverletzungen, Knochendegenerationen etc.

Manchmal verursacht durch Unfälle, oft genug aber hervorgerufen durch zu langes Stehen in der Box oder die Fähigkeiten des Pferdes überschreitende Trainingsanforderungen, etc.

Der Leidensweg ist oft lang. Die Tierarztrechnung oft noch länger.

Was tun, wenn das Pferd nun eine Reitpause und Rehaphase einlegen muss?

Oft genug erhält der Pferdebesitzer die Anweisung "bloß keine engen Wendungen".

Das ist auch sinnvoll und richtig, gerade im Bereich der Sehnenverletzungen.

Vergessen wird dabei, dass das Pferd oft mehr als 15h in seiner Box verbringt und sich dort sehr häufig auf engem Raum dreht.

Die Equikinetic ist ein Trainingsprogramm, bei dem das Pferd nach einem angepassten Zeitplan auf ca. 7-8m Durchmesser im Schritt und Trab gearbeitet wird.

Die Schrittarbeit ist nachweislich genauso effektiv, wie die Arbeit im Trab.

Pferde mit Knieproblemen, Sehnen- und Bandverletzungen, Arthritis können problemlos und schonend aufgebaut und gearbeitet werden, da jede Arbeitsphase kontrolliert und kurz ist.

 

Wie sieht ein Pferd?

Ein zentraler Aspekt der Dualaktivierung ist das Sehvermögen der Pferde.

 

Pferde nehmen Ihre Umwelt aufgrund der anatomischen und physiologischen Vorgaben anders wahr, als wir Menschen. Sie sehen in Grauschattierungen, erkennen hervorragend Kontraste und Bewegungen - auch in weiter Ferne. Die Anordnung der Augen seitlich am Kopf, ermöglicht einen fast Rundumblick von 360° - für ein Fluchttier sehr nützlich - speichert aber dadurch die gesehenen Bilder in den Gehirnhälften unterschiedlich ab.

 

Die Verschaltung der beiden Gehirnhälften eines Pferdes ist um das 4-fache schlechter, als beim Menschen und somit werden die gespeicherten Bilder in den beiden Gehirnhälften nicht optimal miteinander abgeglichen.

Die Fluchtreaktion wird ausgelöst.

Diese reicht vom zur-Seite-springen bis hin zum Durchgehen.

 

Jeder kennt es. Die Parkbank von links ist kein Problem, von rechts will sich das Pferd nicht nähern. Die Decke auf der Bande, der Radfahrer, der Kinderwagen, das Blümchen am Wegesrand, das gestern noch nicht da stand .... - es gibt viele Beispiele.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen am Augennerv des Pferdes haben ergeben, dass das Gehirn des Pferdes besonders auf die Farben blau/gelb reagiert.

 

Die ständigen rechts-links-Wechsel in den Dualgassen regen das Auge an, sich zu bewegen. Diese Bewegung und der Reiz, den die Farben auf das Gehirn auslösen, verbessert die Verbindung und die Kommunikation beider Gehirnhälften.

 

Durch die Farben blau/gelb lernt Ihr Pferd, seine Fluchtentscheidung zu überdenken!